Phosphatidylcholin (PC) wird als Regenerations- und Entgiftungssubstanz im Zusammenhang mit spezifischen Substanzen wie Glutathion, individuell benötigten Cofaktoren in Form von Mikronährstoffen und einer individuellen Ernährung eingesetzt. Wir wenden in unserer Praxis individuelle Therapieprotokolle in Kombination mit biologischen und immunologischen Therapien an.

Körper-Zell-Regeneration

70-100 Trillionen Körperzellen bilden unseren Körper. Haut, Organe, Nerven und Gehirn. Alle Zellen haben eine Zellwand, die aus einer Doppelmembran besteht. Verschiedene Arten von Phospholipiden bilden gewichtsmäßig die Hälfte der Membranen, Proteine oder große Eiweißmoleküle die anderen 50%. Innerhalb der Zellen finden sich zusätzlich zehn mal soviel Membranen, welche Zellorganellen wie Mitochondrien oder den Zellkern mit Endoplasmatischen Retikulum (ER) umhüllen.
Die allermeisten Stoffwechselreaktionen finden an den Phospholipid-Doppelmembranen statt. Sie sind von der richtigen Zusammensetzung dieser Doppelmembranen abhängig. Ist die Zellmembran gesund, funktionieren die Enzymreaktionen gut (Citratzyklus, Atmungskette im Mitochondrium, Transkription von DNA Sequenzen und Synthese von Proteinen im ER). Ist die Zellmembran geschädigt, kommt es zu Funktionseinbußen.
Schäden können durch alle fettliebenden Gifte wie Schwermetalle, alle Lösungsmittel und petrochemischen Derivate, Bakterientoxine, freie Radikale oder oxidativen Stress entstehen. Auch ein Übermaß an proinflammatorischen Cytokinen, entzüdungsfördernden Botenstoffen, verursacht Zellschäden.
Da die Gehirntrockenmasse aus 60% Lipidanteil besteht ist es leicht verständlich, dass diese sogenannten Neurotoxine gerade das Gehirn und die Nerven besonders attackieren.
Bei der Regeneration und Entgiftung spielt nun das Phospholipid Phosphatidylcholin, kurz PC, eine besonders wichtige Rolle. Neben drei anderen Phospholipiden ist PC zu 50% an der Bildung der äußeren Zellmembranschicht beteiligt. Wenn die Konzentration an PC im Alter oder bei Krankheit abfällt, Phosphatidylserin von der Innenhülle mit Hilfe einer „Flippase“ nach außen geklappt wird, dann ist dies für den Körper das Zeichen diese Zelle abzuräumen, Apoptose oder programmierter Zelltod genannt.

PC ist eine bestens erforschte Substanz und wird in Deutschland seit Jahrzehnten bei toxischen Leberschäden und Hypercholesterinämie eingesetzt.
Die Leber ist als unser Hauptentgiftungsorgan den schädigenden Stoffen besonders ausgesetzt. Leber, Gehirn und Nerven, Gelenke, Muskeln und eigentlich alle Gewebe können effektiv mit PC regeneriert werden.
Je gesünder die Zusammensetzung der Zellmembranen ist, desto besser funktioniert die Entgiftungsleistungen der Zelle, der Leber und der Gallenblase und desto besser ist die Ausscheidung der Toxine aus dem Körper.
Das nötige Hintergrundwissen hat Patricia Kane, Ph. D. über Jahrzehnte gesichtet und ausgewertet und die entsprechenden Protokolle erarbeitet, auf die ich mich beziehe.

Zu Patricia Kane Ph.D. und BodyBio

Patricia Kane und Ed Kane haben mit Ihrer Firma BodyBio im Verlauf der letzten Jahre aufgrund der Blutwertanalyse und der Fettsäurenanalytik spezielle Protokolle erarbeitet. Neurotoxine wie Schwermetalle, aber auch Bakterientoxine und andere toxische und xenogene Substanzen werden vor allem aus dem überwiegend fetthaltigen Gehirn und Organen entfernt. Gleichzeitig wird eine effektive regenerative Therapie durchgeführt.
Patricia Kane hat Detoxx-Bücher für Therapeuten und Patienten verfasst, welche die Hintergründe, die therapeutischen Vorgehensweisen und für den Patienten besonders auch die Ernährungsform erläutern. Eine individuelle Ernährung, die für die Regeneration der Organe und des Gehirns und des Nervensystems zuträglich ist.
Patricia Kane hält Seminare und spricht auf Kongressen, bei denen sie ihr aktuelles Wissen in Wort und Schrift allen interessierten Therapeuten zur Verfügung stellt.

Phosphatidyl-Cholin (PC)

PC ist das am häufigsten in der Zellmembran vorkommende Phospho-Lipid und schützt die Leber mit ihren 33.000 m2 Membranfläche vor Gift und Infektionen.
Die Leber spielt eine entscheidende Rolle bei der Entgiftung. Wegen ihres Gehaltes an Fettsäuren und wegen der fettlöslichen Eigenschaften von Nervengiften sind jedoch lipidbasierte Therapien nötig, um Gifte ausleiten zu können. Wenn die Leber einmal geschädigt ist, kann sie Fette nicht mehr normal verstoffwechseln. Lipide werden dann in großen Mengen in den Leberzellen deponiert („Leberverfettung“). Die Beta-Oxidation der Fettsäuren wird unterdrückt und dadurch die Entgiftung und die Prostaglandin-Produktion behindert.
Umfangreiche Forschungsarbeiten über die Wirkung von PC haben gezeigt, dass es die Leber vor Schädigungen durch Alkohol, Arzneimittel, Umweltgifte und fremde Biostoffe schützt sowie vor Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze, (Lieber 1994a, 1994b, 1995, 2001a, 2001b).

In der bahnbrechenden Studie aus dem Jahre 1973 von Wallnoefer und Hanusch wurden 650 Patienten mit unterschiedlichem Grad von Leberschädigungen 5 Jahre lang beobachtet. Die Patienten erhielten 950 mg PC intravenös und zusätzlich 450-700 mg PC oral. Sobald die Blutwerte normal waren, erhielten die Patienten PC nur noch oral. Die Patienten wurden entsprechend dem Grad ihrer Leberschädigung in folgende Kategorien eingeteilt:
– degenerierte Fettleber,
– akute Entzündung,
– chronische aggressive Entzündung und
– fortgeschrittene Zellzerstörung.
Alle Kategorien profitierten deutlich von der Behandlung mit PC: Bei vielen Patienten konnte die degenerierte Fettleber völlig geheilt werden und bei jenen mit akuter Entzündung beschleunigte sich der Heilungsprozeß um durchschnittlich 10 Tage.

Der Einsatz von Antiepileptika führt häufig zu Lebervergiftungen. Der Status von Patienten, die im Durchschnitt 5 Jahre lang solche Medikamente erhalten hatten, wurde mittels der Erhöhung ihres GGT-Wertes bestimmt (Hisanaga 1980) und es wurde ihnen 6 Monate lang PC verabreicht. Damit wurde eine konsistente Verbesserung des Status der Patienten und eine Senkung ihrer GGT-Werte erzielt. Kuntz (1965) erzielte ähnliche Verbesserungen durch Gaben von PC bei Patienten mit chemischen Vergiftungen und Esslinger (1966) bei Patienten mit pflanzlichen Vergiftungen.

Wiederholte virale Attacken sind eine große Herausforderung für die Leber. Die Verabreichung von PC hat sich in vielen kontrollierten Versuchen als sichere und wirksame Maßnahme gegen virale Infektionen erwiesen. (Mueting 1972, Hirayama 1980, Yamo 1978, Kosina 1981, Jenkins 1982, Visko 1985, Hantak 1990, Ilic und Begic-Janev 1991). Optimale Ergebnisse wurden bei diesen Studien erzielt, wenn den Patienten PC sowohl oral als auch intravenös in höheren Dosen verabreicht wurde. Sobald die klinischen Werte sich normalisierten, erhielten die Patienten PC nur noch oral.

In diesen Studien konnte gezeigt werden, dass durch die Behandlung mit PC die Leber-Enzyme, Serum-Lipide, Immun-Marker und Bilirubin abnahmen. Mittels Leber-Biopsien konnte festgestellt werden, dass degenerierte Fettlebern, akute Entzündungen, Gelbsucht, Leber-Schwellungen und Fibrose geheilt wurden.
PC wird in unseren Kliniken bei neurotoxischen Patienten sowohl oral als auch intravenös verabreicht. Orale Verabreichung allein, besonders als eine Leber-Spülung (Flush) mit 20 Kapseln zweimal wöchentlich zusammen mit Galle-Salzen, mag bei Patienten mit einer kurz zurückliegenden Neurotoxinbelastung ausreichen, aber Patienten mit chronischen Syndromen benötigen gewöhnlich einen Phospholipid- Austausch (PC i.v.) mit 20-40 Injektionen.

Um die Leber von schädigenden Fettsäuren zu befreien, umfasst eine orale Lipid-Therapie neben PC auch die Gabe von essentiellen Fettsäuren in einem Verhältnis von Omega 6 : Omega 3 von 4:1 (Yehuda 1993-2002) und höhere essentielle Fettsäuren wie Nachtkerzenöl, Eigelb, Fischöl und die kurzkettigen Butyrate (Buttersäure)
(siehe auch Literaturangaben im „Detoxx Book“ für Therapeuten).